Die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven liegt im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland an der Nordseeküste. Der Jadebusen, an dem Wilhelmshaven liegt, ist eine der größten Meeresbuchten an der deutschen Nordseeküste und reicht weit in das niedersächsische Festland hinein. Mit mehr als 80 000 Einwohnern hat Wilhelmshaven schon fast die Kriterien für eine Großstadt erfüllt. Die Geschichte der Stadt ist sehr eng mit der Einweihung des ersten deutschen Kriegshafens im Juni des Jahres 1869 verbunden. Noch heute ist die Stadt der größte Standort der Bundesmarine und zweitgrößter Standort der gesamten Bundeswehr. Der Tiefwasserhafen weist die größte Wassertiefe aller Häfen in Deutschland auf. Da hier besonders große Schiffe abgefertigt werden können, ist Wilhelmshaven auch Deutschlands wichtigster Umschlagplatz für Erdöl. Fast drei Viertel der gesamten maritimen Erdölimporte werden in Wilhelmshaven gelöscht. Es verwundert deshalb auch nicht, dass sich hier die petrochemische Industrie, die stromerzeugende Industrie und die chemische Industrie mit einigen bedeutenden Betrieben niedergelassen hat. Weitere maritime Wirtschaftszweige wie Hersteller von Schiffsausrüstungen und einige große Reparaturwerften sind ebenfalls am Rande der Stadt vertreten.
Ohne die maritime Infrastruktur wäre das ehemalige Preußische Jadegebiet sicherlich weitgehend unbedeutend geblieben. Da aber Preußen keinen Nordseehafen besaß, kaufte es dem Großherzogtum Oldenburg Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 300 ha Land an den Ufern des Jadebusens ab und baute hier einen Hafen aus dem Nichts. Zu Ehren des Königs Friedrich Wilhelm von Preußen wurde der Hafen auf dessen Namen getauft und die städtischen Ansiedlungen um ihn herum übernahmen diesen Namen. Von Wilhelmshaven liefen auch die Kriegsschiffe des deutschen Kaiserreichs zur größten Seeschlacht des 1. Weltkrieges, der Skagerrakschlacht, aus. Als sich der Krieg seinem Ende zu neigte, waren die Matrosen der kaiserlichen Marine eine der Keimzellen der Novemberrevolution und die Geburt der Weimarer Republik.
Heute ist Wilhelmshaven mit ihren prosperierenden wirtschaftlichen Niederlassungen und dem Vorteil eines Standortes der Bundesmarine eine Stadt wirtschaftlichen Wohlstandes. Zudem profitiert die Stadt vom zunehmenden Tourismus an der deutschen Nordseeküste. Speziell der Seebäderverkehr zur Insel Helgoland wird von hier aus bestritten. Wilhelmshaven hat einen hervorragenden Ruf als Standort vieler wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen.